Stellungnahme zu den Vorwürfen auf der CSU-Homepage
bezüglich des Leserbriefs von Wilfried Walter vom 17.4.2019:

 

Meinen Leserbrief vom 17.4.19 habe ich als persönlich von der Entscheidung am 03.04.2019 betroffener Anwohner der
Hörsteiner Straße geschrieben. Da nun aber die CSU dies mit den Freien Wählern in Verbindung bringt, bei denen ich
Mitglied bin, habe ich nun auch für meine Stellungnahme den Weg über die Homepage der Freien Wähler gewählt.
Vielen Dank übrigens an die CSU für die kostenlose Werbung im Mitteilungsblatt für uns.

Auf der Homepage der CSU wird mir u. a. unterstellt, dass ich das Abstimmungsergebnis bewusst falsch dargestellt habe.
Soviel dazu: da die SPD-Fraktion und die Grünen für die Lärmschutzwand gestimmt haben, hätten vier (von 11) Stimmen
der CSU schon gereicht, um das Projekt zu genehmigen und das gegebene Versprechen der CSU einzulösen.

Was ist nun bitte von mir hier bewusst falsch dargestellt worden?

Weshalb wurde die Abstimmung überhaupt nichtöffentlich vorgenommen? Sollte der Gemeinderat im Nachhinein einer
Veröffentlichung des Abstimmergebnisses zustimmen, und sollte sich dabei herausstellen, dass die CSU mehrheitlich
für die LSW gestimmt hat, dann nehme ich alle meine Annahmen zurück und entschuldige mich.

Dann kann man den Ausführungen im Internet entnehmen, dass die CSU weiterhin für den Bau der LSW steht; anderer-
seits distanziert man sich aber einen Absatz vorher von der Aussage, dass eine neue Ausschreibung zum frühestmöglichen
Zeitpunkt erfolgen soll. Stattdessen wird schwammig von „bestimmten Regularien“ gesprochen, die zu erfüllen sind, ohne
irgendeine konkrete Aussage zu treffen, wie sich die CSU diese vorstellt.

Somit bestätigt das meine Annahme im Leserbrief, dass das Thema ins Nirwana verabschiedet werden soll. Wenn wir warten
wollen, bis die Baupreise fallen, dann werden die lärmgeplagten Anwohner nie entlastet.

Zur Kostensituation:

Die CSU führt die enorm gestiegenen Angebotspreise gegenüber des Kostenvoranschlags als Grund für die Ablehnung des
Projektes an. Dass beim Kostenvoranschlag die Kanaldurchführung des Forchbachs „vergessen“ wurde, bleibt hierbei
anscheinend völlig unberücksichtigt.

Viel schwerwiegender ist allerdings für mich, dass die CSU-Gemeinderäte die Kostensituation wohl aus dem Bauch heraus
beurteilt haben, ohne sich auch nur etwas näher mit der Materie beschäftigt zu haben.

Lassen Sie mich das wie folgt ausführen:

Der Ausgabe des Main-Echos vom 27.04.19 sind die Eckdaten des Lärmschutzprojektes an der A3 bei Aschaffenburg zu
entnehmen. Hierfür werden 2,7 Mio. € (ohne Photovoltaik) veranschlagt.
Bei einer Länge von 887 Metern ergibt dies einen Meterpreis von ca. 3.040 €. Die Karlsteiner LSW soll bei einer Länge
von 195 Metern 726 T€ kosten, das entspricht einem Meterpreis von ca. 3.720 €. Dies ist zwar ein Mehrpreis von 22 %,
wenn man aber berücksichtigt, dass die Aschaffenburger Strecke mehr als 4 x so lang ist, relativiert sich das schnell und
kehrt sich um.

So einfach stelle ich mir eine faire Projektbeurteilung vor. Schon während der Sitzung wurde übrigens hinter vorgehaltener
Hand darüber gesprochen, dass „der angebotene Preis zwar überdurchschnittlich hoch, aber nicht unbedingt überhöht sei“.

Bei solch einer Sachlage von einer Verdoppelung der Kosten zu sprechen, ist das dann nicht falsch dargestellt?

Sicher ist nicht überall das Verständnis für die Anwohner in der Hörsteiner Straße vorhanden. Teure Projekte, die Wenigen
helfen, sind immer umstritten. Dessen bin ich mir bewusst.

Hier geht es aber um die Verlagerung des Verkehrs und die Entlastung der Anwohner an der alten B8. Man kann nicht auf
der einen Seite Ortsbürger entlasten und dann andere dafür belasten, auch wenn das nur wenige sind. Jeder, der das
trotzdem kritisch sieht, sollte bedenken, dass er selbst schnell in eine derartige Situation kommen kann, in der auch er
solidarische Unterstützung braucht. Ein jeder, der sich von der Situation hier vor Ort persönlich überzeugen möchte, ist
herzlich eingeladen, mit mir Kontakt aufzunehmen.

Fakt ist: die CSU verspricht seit fast 20 Jahren den Anwohnern im Dettinger Südosten die Lärm-schutzwand. Jetzt endlich
wäre die Möglichkeit zur Umsetzung zusammen mit der Unterstützung fast aller anderen Parteien da gewesen. Und scheitert
wieder am kompromisslosen Handeln der Karlsteiner CSU, die Ihren eigenen Zusagen erneut untreu wird und den Grundsatz,
alle Ortsbürger gleich zu behandeln, missachtet.

Ich kann an dieser Stelle nur dazu aufrufen, sich auch in zehn Monaten an die vergangenen sechs Jahre zu erinnern und sich
gut zu überlegen, an welcher Stelle die Kreuze bei der Gemeinderatswahl gesetzt werden sollen.

 

Karlstein, 01.05.2019

 

 


Wilfried Walter

 

 

 

 

Schreiben der Freien Wähler Karlstein an Bürgermeister Peter Kress gegen
die Ausweitung der Betriebszeiten des Kieswerks Volz & Herbert vom 28.03.2018.

 

 

Bürgermeister Peter Kreß

 

Gemeinde Karlstein am Main

 

Per Mail

 

Karlstein, 28.03.18

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kreß, lieber Peter,

 

 

die Freien Wähler Karlstein sprechen sich gegen die Ausweitung der Betriebszeiten des Kieswerks Volz aus. Dies betrifft insbesondere die beantragten

 

Verlängerungen in die nächtlichen Ruhezeiten, sowie die Sonderschichten an Sonn- und Feiertagen. Wir sind auch gegen die beantragte Aufstockung der

 

genehmigten Tonnagen an Bauschutt und sonstigem Abraum. Dies lässt befürchten, dass in diesem Zug auch der Schwerlastverkehr enorm steigt.

 

 

Für die Karlsteiner Anwohner bedeutet das eine nicht unerhebliche Zunahme der täglichen Lärm- und Staubbelastung. In Zeiten von öffentlichen

 

Feinstaubdiskussionen sollte man auch auf dieses Problem aufmerksam machen und hier eine gesteigerte Belastung anprangern.

 

 

Eine zusätzliche Lärmbelästigung an Wochenenden und in den Nachtstunden muss aus unserer Sicht verhindert werden – dieses Gebiet erträgt jetzt schon

 

den Lärm der Logistikbetriebe im Industriegebiet Alzenau-Süd an 365 Tagen und 24 Stunden.

 

 

Das von Volz zugrunde gelegte Lärmgutachten aus dem Jahr 2010 ist veraltet. Wir fordern hier ein neues Lärmgutachten.

 

 

Eine Verlängerung der Betriebserlaubnis auf Basis der bestehenden Umschlagsmengen soll auf höchstens zehn Jahre begrenzt werden.

 

 

Nach unserer Kenntnis wird das Kieswerk nach Vollendung der Umgehungsstraße über die „Auwanne“ angedient. Die Bewässerung einer geschotterten

 

Verbindung zwischen Auwanne und dem Kieswerk ist aus unserer Sicht – besonders in

 

 

trockenen Zeiten – nicht Zielführend, da nach schneller Trocknung des

 

 

Untergrundes wieder Staub aufgewirbelt wird. Die Genehmigung der Verlängerung der Betriebserlaubnis muss an einen entsprechenden Straßenbelag

 

ohne Staubbelastung geknüpft werden.

 

 

 

Unsere Anwohner müssen vor diesen negativen Folgen geschützt werden.

 

 

 

Motorsportliche Aktivitäten im Bereich des Kieswerks sind zukünftig zu unterlassen!

 

 

 

Freundliche Grüße

 

 

 

Sven Rienecker                 Peter Uschek

Vorsitzender                      Stv. Vorsitzender

 

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